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Geschichte des Rundhauses:



Geschichte des Rundhauses





Leopoldine Konstantin ( geboren am 12.03.1886 in Brünn, Österreich-Ungarn ) war gefeierte Künstlerin am großen Theater von Max Reinhardt. 1923 baute die schöne Salondame im Alter von 37 Jahren für sich und ihren Sohn Alexander im Norden von Westerland ein Haus. Dieser Tatbestand lockte ebenfalls einen Verehrer von Leopoldine nach Sylt: Es war der rätselhafte Stanley Joseph Grove Spiro. Er baute 1933 ca. 200 Meter von seiner Angebeten entfernt sein Rundhaus.
Spiro wurde 1886 (Akte des Londoner Kriminalgerichts) oder 1900 (Sterbeurkunde) in Südafrika als Sohn einer schottischen Mutter und eines reichen jüdischen Schafzüchters geboren. Im Ersten Weltkrieg ging er freiwillig zur englischen Luftwaffe. 1917 musste er notlanden und geriet in deutsche Gefangenschaft. Er kehrte als jüngster Offizier der Royal Flying Corps nach Südafrika zurück und übersiedelte 1926 nach London.
Er wurde durch Börsenspekulationen reich und stürzte durch seinen Einfluss die Regierung des Iraks. Damit sicherte er sich das Monopol für den Dattel-Export. Er veranstaltete Shows in Westend, besaß etliche Häuser, eine Hochseeyacht und das teuerste Privatflugzeug jener Zeit, mit welchem er Ballettmädchen von Budapest nach London holte.
Spiro heiratete die Engländerin Alice Stephanie Woodlands, die 1928 ihren gemeinsamen Sohn Rex zur Welt brachte. Doch da war trotz allem immer noch die schöne Leopoldine, die ihne zum Hausbau auf Sylt veranlasste. Es sollte ein Rundbau wie die Hütten in seiner Heimat Südafrika werden, jedoch mit Reet gedeckt. 1933 war "Haus Stephanie" fertiggestellt. "Graf Sprio", wie ihn die Sylter nannten, war bald Inselgespräch auf Grund seines Luxuslebens. Im Hotel Stadt Hamburg gab er immense Summen für die Bewirtung seiner Gäste aus. Er konnte sechs Sprachen fließend und hatte Kontakt zu allen Offizieren und einflussreichen Persönlichkeiten auf Sylt. 1934 kam Emmy Göring zum Tee, sie wollte gerne ein Haus in diesem außergewöhnlichen Baustil nachbauen.
Einige Jahre später wurde Grove Spiro zu einem mächtigen Finanzhai und Betrüger Londons. Es trieb ihn trotz seines enormen Erfolges immer wieder zum Verbrechen. Er kaufte Börsenmakler-Firmen auf und hatte somit deren Kundenlisten. Er erwarb das Vertrauen seiner reichsten Kunden, indem er ihnen zu Börsengewinnen verhalf. Danach brachte er sie dann dazu, ihre besten Papiere beim ihm gegen wertlose Aktien einzutauschen.
Doch 1937 traf es Spiro hart: Seine Frau hatte auf Grund von Lungen- und Unterleibskrebs wahrscheinlich nur noch zwei Monate zu leben und Scotland Yard hatte einen Haftbefehl gegen ihn wegen Aktienbetruges. An der Premiere seines von ihm finanzierten Musicals "Balalaika - Die Abenteuer eines Amerikaners in Russland" wollte die Polizei ihn schnappen, aber - wie konnte es anders sein - Spiro wusste natürlich Bescheid. Er fuhr bei Premierenbeginn mit einem Taxi an die Kanalküste und setzte mit einem Fischerboot nach Frankreich über. Sein Fluchtweg war atemberaubend: Ostende - Wien - Prag - Hamburg - Amerika - Mexiko - Europa. In Berlin gab es einen Buckel und Bauch aus Pappmaché, auf Ski ging es von Norwegen nach Schweden, dann nach Dänemark und Deutschland zurück. An der Grenze bei Flensburg wurde er von der Gestapo als österreichischer Spion geschnappt. Er konnte wieder flüchten, diesmal nach Venedig. 1938 stellte er sich in England der Polizei. Seine Frau Stephanie starb 1937. Sein neunjähriger Sohn ging unter anderem Namen zur Schule, ohne von seinem Vater zu wissen. Das Finanzimperium war bankrott. Sein Musical aber war der größte Erfolg zwischen den Kriegen und hat vier Millionen Mark eingespielt Gegen eine Kaution von 200 000 Mark wurde er freigelassen, so dass er sich auf seine Verhandlung vorbereiten konnte. Er brillierte im Gerichtssaal über den Staatsanwalt, Verteidiger und Richter. Spiro gestand seine Schuld, stellte sich aber als "Robin Hood der Stadt" dar. 1938 wurde er wegen Aktienbetruges in Höhe von 12 Millionen Mark zu einer Haftstrafe von acht Jahren verurteilt. Doch schon 1942 wurde er vorzeitig entlassen - der Grund ? Er informierte RAF Offiziere über militärische Bauvorhabenauf Sylt. Daraufhin wurden am 19. März 1940 von RAF Bombern Angriffe auf den Stützpunkt Hörnum geflogen.
1944 begann Spiro unter dem Namen Grove mit dem Tiefkühl-Geschäft. 1947 heiratete er die Schauspielerin Glen Alyn. 1948 starb er dann an Herzversagen. 1953 verkaufte sein Sohn Rex das Rundhaus und kehrte nach Südafrika zurück. Seit 1969 wird "Haus Stephanie" als Restaurant "Badische Weinstuben" betrieben, 1980 werden diese in"Hardy auf Sylt"umbenannt.



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Lebenslauf der Leopoldine Konstantin

Hier können Sie mehr über das künstlerische Schaffen der Leopoldine erfahren.



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Leopoldine Konstantin 



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